Info 5.1/2010
Studierende des Berufskollegs Technik entwickeln Elektrokart
Auch Roland Geldsetzer, der Schulleiter des Berufskollegs Technik, zeigte sich bei einer Probefahrt von der Leistung der Studierenden und des 5,5 kW Elektromotors begeistert.
Kooperationen zwischen Schule und Firmen können für beide Seiten eine "win-win-Situation" ergeben. Seit vielen Jahren führen die Studierenden der Fachschule für Technik (Technikerschule) in Zusammenarbeit mit lokalen Industrieunternehmen zum Abschluss ihrer Ausbildung Projektarbeiten durch.
Einer der Kooperationspartner ist die Mennekes Elektrotechnik GmbH & Co. KG in Kirchhundem, einer der führenden Hersteller genormter industrieller Steckvorrichtungen.
Gemäß dem Motto der Firma Mennekes "plugs for the world" hat das Unternehmen das Produktspektrum um Ladesäulen, Ladekabel und entsprechende Steckdosen für Elektroautomobile erweitert. Zur publikumswirksamen Präsentation dieser Komponenten (z.B. auf Messen) wurde von der Firma Mennekes ein funktionsfähiges Elektrokart mit integrierter Ladetechnik und Visualisierung in Auftrag gegeben. Als Basis dieses Fahrzeuges sollte das Chassis eines benzingetriebenen Karts dienen.
Nachdem die Studierenden der Fachschule für Technik Fachrichtung Elektrotechnik Patrick Dröge, Florian Kasten, Christian Richard und Sebastian Schmitte die Anforderungen in einem Lastenheft definiert hatten, begannen sie die konzeptionelle Entwicklungsarbeit. "Als sehr schwierig stellte sich hier die Auswahl und Schnittstellenadaptierung der verschiedenen elektrischen Komponenten dar. In dem schnell wachsenden Marktsegment der Elektromobilität ist die Zusammenarbeit mit Lieferanten bei Zielstückzahl eins nicht immer einfach", berichtete Patrick Dröge über seine persönlichen Erfahrungen aus der Anfangsphase des Projekts.
Innerhalb der gesamten Projektarbeit haben die Studierenden das Kart entwickelt, konstruiert, gefertigt, optimiert und natürlich Probe gefahren. "Unter großem Zeitdruck wurde die Aufgabe perfekt umgesetzt mit dem tollen Ergebnis, ein schickes und fahrtaugliches E-Kart vorstellen zu können, welches dem funktionellen Stand eines aktuellen Elektrofahrzeugs entspricht", so Mennekes Projektbetreuer Thomas Richard.
Ausgestattet mit der von Mennekes entwickelten neuen Ladesteckdose gemäß dem im Frühjahr 2009 eingereichten offenen Normentwurf kann das E-Kart an jeder modernen Ladestation mit Strom "betankt" werden. Mit dieser kommuniziert das E-Kart dann bereits über das Ladekabel wie ein Elektrofahrzeug der Zukunft. Darüber hinaus ist das Laden auch an jeder herkömmlichen Schuko-Steckdose möglich. "Somit steht uns ein Fahrzeug zur Verfügung, mit dem wir den kompletten Prozess eines Ladevorgangs demonstrieren und zusäzlich die Dynamik und das Fahrgefühl eines extrem leisen Elektrofahrzeugs erleben lassen können.", zeigt sich Thomas Richard begeistert und bilanziert: "Das Projekt wurde zu unserer vollsten Zufriedenheit umgesetzt."
"Bei den Projektarbeiten steht das eigenständige Arbeiten der Studierenden im Vordergrund, Schule braucht die Verknüpfung zur Praxis. Wir als Schule freuen uns über die viele Jahre gewachsene Zusammenarbeit und Kooperationsbereitschaft der hiesigen Unternehmen. Neben den Aufgabenstellungen aus der Praxis ergibt sich für die Studierenden die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und ihre Leistungsfähigkeit bei den Unternehmen unter Beweis zu stellen" äußerte sich OStD Roland Geldsetzer über die Intention dieser Arbeiten.