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Info 6.3/2011

Update: Construido con el apoyo del Berufskolleg Technik
- Sarah Wetter hilft beim Schulbauprojekt in Guatemala.

In Santa Rosa (roter Pfeil) in Guatemala unterstützt Sarah Wetter, die in diesen Wochen am Berufskolleg Abitur macht, das Sozialprojekt des Berufskolegs mit OYAK.

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Im Beitrag Info 3.3/2011 berichteten wir über die Sozialaktion des Berufskollegs Technik, die ein Sozialbauprojekt in Guatemala unterstützt. Diese Aktion veranlasste eine Schülerin des Berufskollegs Technik, sich intensiver mit dem Projekt zu beschäftigen: Sarah Wetter, 20 Jahre alt und ehemalige GTA- und FOS13-Schülerin des BKT.

Während einer Infoveranstaltung in der Aula, in der einige Mitarbeiter von OYAK ihre Arbeit vorstellten, bekam Sarah erstmals die Idee aktiv mitzuarbeiten. Im Laufe der nächsten Monate wurde dann aus der Idee ein fester Entschluss: Am 14. Juli wird Sarah für 6 Wochen ins Hochland nach Guatemala reisen, und zwar in das Dorf Santa Rosa in Sololá, um sich dort in dem Entwicklungszusammenarbeitsprojekt zu engagieren. Was Sarah Wetter in dieser Zeit erleben wird, möchten wir auf der Schulhomepage des BKT ein wenig dokumentieren, denn Sarah hat sich bereit erklärt, uns in gewissen Abständen über ihre Arbeit in Guatemala zu informieren. Der regelmäßige Blick auf die BKT-Homepage lohnt sich also bestimmt!

Ein paar Informationen zur anstehenden Reise hat uns Sarah bereits vor dem Abflug nach Guatemala in einem kurzen Interview gegeben:

BKT: Warum möchtest Du nach Guatemala fahren und OYAK unterstützen?
Sarah: Zum einen reizt mich die Möglichkeit, die Menschen in Guatemala und somit eine fremde Kultur "hautnah" kennen lernen zu können. Zum anderen kann ich etwas ganz Neues erleben und Erfahrungen machen, die ich in Deutschland nicht machen kann. Ich werde Menschen kennen lernen, die ganz anders leben als ich, und somit meinen Horizont erweitern. Und natürlich möchte ich vor Ort beim Schulbau helfen und so an dem kulturellen Austausch teilnehmen.

BKT: Weißt Du, wie es in Santa Rosa, dem Dorf, in das Du fährst, aussieht?
Sarah: Es liegt im Hochland von Guatemala und es ist bergig dort. Die Häuser stehen verstreut, also nicht so, wie man sich hier ein Dorf vorstellt, wo ein Haus direkt neben dem anderen steht. Es gibt dort viele (Mais-)felder, viele streunende Hunde und unbefestigte Straßen.

BKT: Wo und wie wirst Du dort wohnen?
Sarah: Ich werde in einer vierköpfigen Gastfamilie wohnen, bestehend aus dem Vater mit seiner ca. 5 Jahre alten Tochter sowie der Mutter und der Schwester des Vaters. Die Familie bewirtschaftet ihre eigenen Felder.

BKT: Was genau wirst Du in Santa Rosa tun?
Sarah: Ich werde jeden Tag von ca. 7:30 Uhr bis 16:30 Uhr auf der Baustelle arbeiten. Danach habe ich Freizeit. Wir Freiwilligen müssen uns selbst versorgen. Zu Beginn des Aufenthalts hilft uns der Architekt Luis Palacios, der auch Mitglied von OYAK ist, unsere Unterkunft herzurichten, also zum Beispiel Betten, Töpfe etc. vom alten Projekt abholen.

BKT: Gibt es noch andere Freiwillige aus Deutschland, mit denen zu zusammen arbeiten wirst?
Sarah: Ja, noch fünf weitere. Drei davon haben auch gerade ihr Abitur gemacht, so wie ich.

BKT: Worauf freust Du Dich am meisten?
Sarah: Am meisten freue ich mich auf die Menschen und die Landschaft.

BKT: Was, denkst Du, wird am schwierigsten für Dich werden?
Sarah: Das wird am Anfang sicherlich die Sprache Spanisch bzw. der Kulturschock sein. Auch der richtige Umgang mit Gefahrensituationen will gelernt sein.

BKT: Was weißt Du denn schon alles über Guatemala und seine Menschen?
Sarah: Guatemala hat eine sehr vielseitige Landschaft: Hoch- und Tiefland, Berge und Urwald, Vulkane, schöne Seen, Pazifik- und Karibikküste. Die Regenzeit dauert von Juni bis November. Es gibt ca. 13 Mio. Einwohner, davon sind ca. 60% Indígenas und 40% Ladinos. Man spricht dort viele indianische Sprachen. Die Spanne zwischen Arm und Reich ist sehr groß. Ein Umweltbewusstsein wie bei uns ist kaum vorhanden. Es herrscht ein Bildungs- und Gesundheitsnotstand mit viel Arbeitslosigkeit und Kriminalität.

BKT: Welches Wissen musst Du denn mitbringen, außer den Sprachkenntnissen in Spanisch?
Sarah: Ich muss vorher einiges über die dortigen Umgangsformen wissen, z. B. siezt man sich viel häufiger. Man sollte auch nicht ohne Erlaubnis fotografieren. Dann muss ich noch bestimmte Verhaltenstipps zur Sicherheit beachten und ich muss mich vor der Reise impfen lassen. Die passende Reiseapotheke gehört natürlich auch dazu.

BKT: Wie sieht Dein Terminplan für die geplante Reise aus?
Sarah: Am 14. Juli geht es los und ich werde dann sechs Wochen in Guatemala sein: zuerst eine Woche Sprachschule in der touristischen Stadt Antigua, dann vier Wochen in Santa Rosa und zum Schluss noch eine Woche reisen.

BKT: Was kommt auf jeden Fall in Dein Reisegepäck?
Sarah: Mückenschutzmittel, eine Taschenlampe, ein Schlafsack, ein Reiseführer, ein Spanisch Wörterbuch und eine Kamera. Die gute Kamera muss leider aus Platz- und Sicherheitsgründen zu Hause bleiben.


Erste E-Mail von Sarah Wetter aus Guatemala vom 19.07.11

Hallo Ihr,

ich bin gut in Guatemala angekommen. Der Flug war echt anstrengend! Nach 19 Stunden ist man schon etwas fertig. Als wir aus dem Flughafengebäude kamen, haben wir fast einen Klimaschock bekommen, weil es so extrem heiß war!

Und woran erkennt man, dass man in der Karibik angekommen ist? - Wenn einen die Security-Leute beim Umsteigen in Santo Domingo zum Tanzen auffordern: "Bailar!"

In Guatemala angekommen, hat uns dann direkt der Mann von der Sprachenschule abgeholt. Die Stadt haben wir vom Flugzeug aus gesehen: ein Haus am anderen und zwischendurch mal ein Baum. Alleine hätten wir da echt nicht raus gefunden bzw. erst nach Stunden...

Ich wohne zusammen mit Kerstin in einer Gastfamilie. Die Eltern heißen Karla und José und die Kinder Tifany und Charlos José. Die älteste Tochter kennen wir nicht, weil sie nie da ist. Außerdem hat die Familie noch drei Hunde und alle paar Tage ein neues Huhn im Pappkarton.

Unser Zimmer ist eigentlich ganz cool. Jeder hat ein Bett von 1,4 m für sich, und wenn man aus der Tür geht, steht man direkt in einem Innenhof ohne Dach. Dort sind auch das Waschbecken, die Wäscheleine usw. Das heißt: Zähne putzen unter freiem Himmel. Dusche und WC sind auch in Ordnung, aber sehr eng. Ungünstig ist nur, dass wir dort keine Lampe haben, also immer mit der Taschenlampe leuchten müssen.

Das Wetter ist hier sehr wechselhaft. Mal scheint die Sonne und dann meist so gegen 18 Uhr oder auch zwischendurch kommt plötzlich ein Wolkenbruch. Wir sind schon zweimal richtig nass geworden. Die Straßen verwandeln sich dann in kleine Seen. - Aber: Ich habe noch keinen Sonnenbrand!

Am Wochenende mussten wir uns selbst versorgen. Die Preise sind hier sehr niedrig. Wir haben ein landestypisches Frühstück gegessen: frijoles - schwarze Bohnen, Kochbananen und Spiegelei mit Brot. Mittags haben wir dann noch mal Pizza gegessen, die jedoch nach nichts geschmeckt hat. In der Gastfamilie gab es zum Frühstück Pfannkuchen mit Ananas. Die schmeckt echt viel besser als bei uns! Mittags gab es Tortillas, Reis und Gemüse.

Die Stadt Antigua haben wir schon zu Fuß erkundet. Im Parque Central sind überall Frauen und Kinder, die alles verkaufen, was das Herz begehrt oder auch nicht: Armbänder, Tücher, Flöten usw. Es ist schon krass zu sehen, wie die kleinen Kinder den ganzen Tag rumlaufen und arbeiten: als Verkäufer von Tüchern, als Eisverkäufer oder als Schuhputzer. Manche betteln einen auch um Geld an. Wir haben uns aber entschieden, ihnen dann eher etwas zum Essen zu kaufen.
Die Stadt hat sehr viele schöne Kirchen. Dann waren wir noch mit unseren Guia (Führer) Erwin (er heißt wirklich so) in Ciudad Vieja, der Stadt, wo das Regierungsgebäude steht und die erste Kirche in Guatemala war. Und wir waren in San Antonio Agua Caliente. Dort gab es einen Textilmarkt, wo die Frauen die Trachten noch selbst herstellen. Für ein Oberteil brauchen sie drei bis vier Monate. Kerstin, Paul und ich wurden auch in Trachten eingekleidet. Das sah schon ziemlich witzig aus.

Heute hatte ich zum ersten Mal Unterricht in der Sprachschule. Meine Lehrerin heißt Silvia. Es klappte ganz gut. Ich hoffe, ich lerne diese Woche viel!

Zweite Mail von Sarah Wetter aus Guatemala vom 30.07.2011

Hallo,

bin jetzt seit einer Woche im Dorf. Am Samstag kamen wir an und sind zu Luis' Haus gegangen (Luis ist der Architekt der Schule). Er war dann aber nicht da, sondern in der Hauptstadt, weil ihm gesagt wurde, wir kämen erst einen Tag später an. Wir wurden dann von dem Dorfkomitee abgeholt. Die hatten sich natürlich auch erst auf einen Tag später eingestellt und es war noch nicht alles vorbereitet. Aber wir hatten Betten und zum Abendessen Toast, Mayo und Schinken.

Die Familie, bei der wir wohnen, ist auch echt nett: Alberto, Merceds, Martina und Telma (7 Jahre). Sie sprechen aber meistens Catchiquel und Martina, die schon 72 Jahre alt ist, kann auch kaum Spanisch. Dadurch ist es mit der Kommunikation schon um einiges schwieriger als in Antigua. Catchiquel hört sich total fremd an. Zum Beispiel heißt "Gute Nacht" "Kuaschpakak-u".

Unser Zimmer ist größer als gedacht. Es zieht auch durch ein paar Ritzen. Tagsüber ist immer schönstes Wetter und so ab 17 Uhr regnet es dann...

Die Arbeit auf der Baustelle ist sehr vielseitig. Entweder wir schaufeln Erde, schleppen Zement oder wir tragen Steine. Irgendwie transportieren wir das ganze Baumaterial um. Manchmal gibt's auch nicht so viel zu tun. Aber insgesamt ist es sehr anstrengend.

Nächste Woche zeigt Luis uns noch zwei andere Dörfer. Juchhu, zweimal vormittags frei!!!

Liebe Grüße
Sarah

Sarah Wetter ist mittlerweile wieder zu Hause und hat ihren Abschlussbericht über ihren Aufenthalt in Guatemala geschrieben.

Das Leben im Dorf Santa Rosa - Baustelle und Familie
Im Allgemeinen habe ich die Guatemalteken als sehr fröhliche Menschen erlebt. Auf der Baustelle gab es ständig etwas zu reden und zu lachen, auch wenn wir meistens nichts verstanden haben, da sie Cakchiquel gesprochen haben.

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Wir haben von 7 Uhr morgens bis 10 Uhr gearbeitet. Dann war eine "kleine Pause", was die Bauarbeiter nach kurzer Zeit auch so bezeichneten. Allerdings nur eine Viertelstunde. Wir saßen in einer Tienda, also einem Lädchen und haben uns mit Chips und Wasser, Sprite, Cola oder sonstigen Zuckergetränken gestärkt. Dann haben wir bis 12 Uhr gearbeitet. Nach einer einstündigen Mittagspause (almuerzo) wurde dann bis 17 Uhr weitergearbeitet. Oft wurde der Arbeitstag durch den Regen beendet - einmal hat es sogar gehagelt!
Unsere Hauptarbeit bestand aus Erdeschaufeln. Zuerst die Fläche für die Schule, später drumherum für das Gerüst und zum Schluss die Fläche für den Schulhof. Das ging schon auf die Arme. Ab und zu haben wir dann mal Steine fürs Mauern geschleppt. Sie mussten vom LKW runter zur Baustelle transportiert werden. Wir haben zwei auf einmal getragen - die ganz starken Bauarbeiter sogar fünf!
Einmal, als wir die Steine zum Maurer gebracht haben, hatte sich eine Fledermaus dazwischen versteckt. Das war natürlich eine Attraktion, besonders weil die Kinder gerade in der Pause waren.
Sonst haben wir noch LKW-Lieferungen mit Sand oder Kies angenommen und das ganze Zeug dann an seinen Platz gebracht.

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Schön waren auch immer die Schulpausen, in denen wir manchmal mit den Kindern gespielt haben. Sie turnen da echt überall rum, springen von den Zementsäcken, klettern rum und haben Spaß.
Die Kinder sind echt süß. Sie beobachten immer genau, was wir machen, und sind gleichzeitig total schüchtern. Ein paar Kinder haben aber auch mit uns gespielt. Unsere Sonnencreme fanden sie auch ganz toll: Sie haben Gespenst damit gespielt.

Unsere Familie im Dorf war total lieb. Wir haben uns gegenseitig zum Essen eingeladen, manchmal zusammen gespielt und einfach die Lebensweise der anderen besser kennen gelernt. Als wir für sie gekocht haben, gab's Reibekuchen mit Apfelmus. Es hat, glaube ich, nur Alberto geschmeckt. Die anderen haben aber tapfer zu Ende gegessen. Unsere Pfannkuchen mit Zimt und Zucker und der Schokokuchen haben aber allen geschmeckt.
Wir haben Tortillas probiert und frijoles (schwarze Bohnen) natürlich. Das wird hauptsächlich gegessen. Ab und zu gibt's noch Ei dazu oder Tamales, das sind Maisklöße. Dann gibt's noch ein kartoffelähnliches Gemüse, was güiskil heißt: ganz in Ordnung. Am Markt haben wir Pitaya probiert. Die Konsistenz ist wie Kiwi, nur knallpink. Und Kiwi schmeckt besser.

Die Familie hat sich ihr Geld durchs Weben verdient. Sie sind immer um 5:45 Uhr aufgestanden und haben bis spät in die Nacht gearbeitet. Am Wochenende sind sie genauso früh aufgestanden, aber früher ins Bett gegangen. Ich habe die meisten Guatemalteken als sehr zufrieden erlebt, trotz der einfachen Lebensumstände. Die drei Frauen aus unserer Familie (48, 27 und 4 Jahre) haben alle in einem ca. 1,40 m breiten Bett geschlafen!

Sarah Wetter (3. v.l.) im Kreis der Familie.

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Die Familie ist in Guatemala sehr wichtig. Unsere Familie im Dorf hat fast ihre gesamte Zeit zusammen verbracht. Einmal habe ich erlebt, wie sie alle zu einem Freund gefahren sind, aber sie hatten selten Besuch. Wenn, dann waren es immer andere Dorfbewohner, die auch nie lange geblieben sind.
Die Menschen sind anfangs sehr schüchtern und zurückhaltend und alle sehr höflich.
Aber dies ist nicht in jeder Situation der Fall, z.B. wenn es darum geht, in eine Camionetta einzusteigen. Da wird gequetscht und gedrängelt was das Zeug hält. Ein Vater hat seinen Sohn sogar durch das schmale Seitenfenster reingehoben, damit dieser Plätze freihält.

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Armut und Alkohol
Aber nicht überall hat man nur in zufriedene und fröhliche Gesichter geschaut. Man hat auch verbissene, überarbeitete und traurige Gesichter gesehen. Zum Beispiel am Markt. Manche Marktfrauen sahen richtig geschafft aus, man hat ihnen ein Leben voller Arbeit angesehen.
Es gab viele Kinder, die arbeiten mussten als Verkäufer oder Schuhputzer. Es war schlimm, die Kinder arbeiten zu sehen und zu wissen, dass sie das jeden Tag machen müssen, um ihre Familien zu unterstützen. 1 Quetzal (10 Cent) für einmal Schuheputzen!
Zum Anziehen hatten die Kinder meist dreckige, kaputte, zu kleine oder zu große Kleidung.

Umweltbewusstsein
Die Guatemalteken sind überhaupt nicht umweltbewusst. Überall im Dorf sind Müllhaufen, die verbrannt werden - auch Plastik.
Wir haben unseren Müll immer demonstrativ nach Sololá gebracht. Außer den Biomüll, den haben das Schwein und die Hühner gefressen. Auf der Baustelle haben die Bauarbeiter ihre Trinktütchen etc. einfach hinter sich geworfen. Die Kinder teilweise auch. Teilweise haben sie den Müll in Mülleimer geworfen. Auch dort haben wir den Bauarbeitern gesagt, dass der Müll in den Mülleimer kommt. Sie haben es dann aber nur in dem Moment gemacht und am nächsten Tag wieder wie immer einfach auf den Boden geworfen.

In den Schulen, die wir besichtigt haben, waren aber überall Plakate an den Wänden, die erklärt haben, dass der Müll der Natur schadet und immer in den Mülleimer geworfen werden soll. Ich denke, dass die jetzigen Schüler einen besseren Umgang mit der Natur beigebracht bekommen und später auch verantwortungsbewusster mit dem Thema umgehen. Sie werden es ihren Kindern wieder beibringen und das Umweltbewusstsein wird sich verbessern. Die jetzigen Erwachsenen werden ihr Verhalten nicht mehr stark verändern, dafür haben sie sich viel zu lange so verhalten und haben es nie richtig anders beigebracht bekommen.

Religion
Die Guatemalteken sind sehr religiös. Morgens hat unsere Familie im Dorf einen Gottesdienst im Radio gehört. An sehr vielen Autos und Bussen hat man Fischzeichen gesehen oder Sätze wie: "Gott führt mich" oder "Gott beschützt mich". Und fast in jeder Camionetta war ein Kreuz mit Jesus. Bei Grundsteinlegungen von anderen Schulen oder auch bei unserem Abschied wurde gebetet. Einer betet dann immer laut und die anderen murmeln irgendwas mit.
Ich denke, dass auch der Glaube der Mayas noch eine große Rolle spielt. In Antigua hat uns unser Guide Erwin zum Beispiel ein Buch gezeigt, was jedem Geburtstag ein Zeichen zugeordnet hat und dann den Charakter beschrieben hat, wie so eine Art Horoskop.

In Guatemala treffen sehr viele Glaubensrichtungen aufeinander. Manche Guatemalteken sind Christen, andere fühlen sich eher mit dem Glauben ihrer Vorfahren verbunden und manche vermischen die Religionen. Andere wissen vielleicht auch gar nicht, was sie glauben sollen oder interessieren sich nicht dafür. Das "Religionsgemisch" spiegelt sich zum Beispiel in den Camionettas wider - wenn ein Kreuz neben heiligen Kühen oder neben einem Davidsstern hängt.

Eine Missionarin, die ich kenne, hat mir geschrieben, dass es eine Bibelübersetzung in Cakchiquel gibt. Das fand ich irgendwie schon bemerkenswert, weil die Sprache einfach so fremd und schwierig klingt.

Fazit
Ich bin sehr froh, bei dem Projekt mitgemacht zu haben und so viele gute Erfahrungen gesammelt zu haben.

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Wer Interesse an dem Projekt hat, kann sich gerne bei mir melden oder auf der Internetseite vom Verein OYAK vorbeischauen (www.oyak.de). Über Spenden freuen sich auch viele Kinder in Guatemala.

Sarah Wetter berichtete am 10. Februar 2012 in der Aula ihren Mitschülern über ihren 6wöchigen Aufenthalt in Guatemala.

Sarah Wetter und Franz Cilimba (OYAK)

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Obwohl es in einer Stunde die Halbjahreszeugnisse geben soll, hat Sarah in der gut gefüllten Aula eine aufmerksame Zuhörerschaft vor sich, als sie über ihre Mitarbeit beim Schulbauprojekt in Guatemala berichtet.

Die Vielfältigkeit des Landes, die Freundlichkeit der Familien in dem Dorf, wo sie wohnte, die Begeisterung bei der Durchführung des Schulbauprojektes sind Sarah immer noch anzumerken.

Mit Hilfe der Schulspende von 8.700 Euro konnten zwei Klassenräume im Rahmen eines doppelstöckigen Schulbauprojektes realisiert werden. Sarah Wetter hat hier tatkräftig mitgeholfen, angeleitet von dem guatemaltekischen Architekten und den Bauarbeitern und unter den erwartungsvollen Augen der kleinen zukünftigen Schülerinnen und Schüler.

Ein herzliches Dankeschön an unsere ehemalige Schülerin Sarah Wetter für ihre Berichte über ihre Reise und an Franz Cilimba von OYAK, der die Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Technik ermutigte, bei einem weiteren Schulbauprojekt tatkräftig mitzuwirken!

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