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e-Learning

Das e-Learning-Portal des Berufskollegs-Technik steht allen angemeldeten Nutzern unter www.bt-siegen.de zur Verfügung.

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e-Learning in der beruflichen Bildung

e-Learning-Konzepte gelingen nur unter bestimmten Umfeldbedingungen. Insbesondere in der dualen Berufsbildung kann e-Learning seine Stärken ausspielen.

Wo können e-Learning Konzepte in der Dualen Ausbildung ansetzen?

Die Duale Ausbildung stellt in der Bilanz bundesdeutscher Bildungsangebote im nationalen wie internationalen Vergleich nach wie vor einen Aktivposten dar. Das zeigt sich beispielhaft an den Kooperationswünschen, die von Institutionen und Bildungsträgern der ganzen Welt in großer Zahl an die für die berufliche Bildung zuständigen Ministerien und Berufskollegs herangetragen werden. Auch im Urteil der Berufsschüler - und kaum eine "Expertengruppe" dürfte in dieser Frage über mehr Erfahrung verfügen - schneidet das zweigleisige System der Qualifizierung in der beruflichen Erstausbildung durchweg positiv ab.1) Aber sicher ist auch, dass nichts so gut sein kann, als dass es nicht noch verbessert werden könnte und dass jedes System, das eine Spitzenposition halten will, sich ständiger Veränderung und Innovation unterziehen muss.

Wo kann das Angebot Dualer Ausbildung also besser werden? Entwicklungspotenzial wird zunächst dort zu suchen sein, wo bei immer noch guten "Noten" von der Zielgruppe dieses Bildungssystems eine unterdurchschnittliche Beurteilung abgegeben wird2). Solche Abweichungen zeigen sich im Blick auf die schulische Ausbildung3) in folgenden Feldern:
· Abstimmung mit dem Ausbildungsbetrieb
· Durchführung von Projektarbeiten
· Unterrichtsmethoden
· Vorbereitung auf die Prüfung

Insgesamt handelt es sich dabei um Handlungsfelder mit einem hohen Bedarf an Kommunikation und Kooperation zwischen den am Bildungsprozess Beteiligten (Schüler-Schüler, Schüler-Lehrer, Lehrer-Ausbilder, Schule-Ausbildungsbetrieb). Gerade im Sektor beruflicher Bildung ist die Hürde für eine reibungslose Interaktion zwischen den Beteiligten aber besonders hoch. Es stehen dem z.B. entgegen: die räumliche Distanz der Beteiligten (Schule-Ausbildungsbetrieb), die zeitliche Distanz zwischen Lernphasen (Teilzeitunterricht, blockfreie Unterrichtszeiten), die Rollenaufteilung der Moderatoren des Bildungsprozesses (Lehrer-Ausbilder), die Trennung der Arbeitsplätze der gemeinsam Lernenden in der unterrichtsfreien Zeit (verschiedene Ausbildungsbetriebe, verstreute Wohnorte), der gegenüber allgemein bildenden Schulformen stark fragmentierte und diskontinuierliche Lernrhythmus, der bestimmte Unterrichtsmethoden (z.B. Projektarbeit) behindert.

Eine Stärkung der Dualen Ausbildung wird sich also der Optimierung dieser systembedingten Hürden in der Bildungsstruktur annehmen müssen. Dabei muss insbesondere der Versuch unternommen werden, das Distanzproblem (zeitlich, räumlich, personell) als besondere Herausforderung innerhalb der beruflichen Bildung zu bewältigen. Die mediale Revolution der letzten 10 Jahre mit der Entstehung einer globalen Infrastruktur, die eine Gewinnung, Verteilung und Organisation von Informationen völlig neu definiert hat, bietet hier der beruflichen Bildung ein neues Instrumentarium und erweiterte Methodik. Die verschiedenen Versuche, dieses Instrumentarium für Lern- und Wissensvermittlung in Schulen, Unternehmen und Organisationen zu nutzen, kann unter dem Begriff "e-Learning" zusammengefasst werden.

Was versteht man unter "e-Learning"?

Ein "e" vor alle Begriffe zu stellen, scheint der Trend der Zeit zu sein (e-Business, e-CRM, e-Procurement und neben vielen anderen eben auch e-Learning). Das "e" beschreibt dabei zunächst nur, dass dabei immer eine Digitalisierung erfolgt und Kommunikation über elektronische Wege geschieht. Die Tradition des e-Learning hat weitreichende Wurzeln (z.B. programmierte Unterweisung, Computer Based Training). Im Unternehmenseinsatz sind derzeit Computer Based Training (CBT), Web Based Training (WBT), Virtual Classroom (VC), und Business TV (BTV) die wichtigsten Lernformen. Elektronisches Lernen gilt als ein Kosten und Zeit sparendes Verfahren, um Mitarbeiter zeit- und ortsunabhängig zu schulen. Aber gerade in Unternehmen mit einem forcierten Einsatz dieser Lernformen zeigt sich auch eine gewisse Zurückhaltung und Skepsis der Nutzer gegenüber die-sen Verfahren im Vergleich zur traditionellen Präsenzschulung.

Unter welchen Bedingungen gelingt "e-Learning"?

Eine Untersuchung des Instituts für Innovationsforschung, Technologiemanagement und Entrepreneurship der Ludwig-Maximilians-Universität München im Auftrag der Cognos-Deutschland (der weltweit größte Business Intelligence-Anbieter) aus dem Jahr 2002 untersucht die Akzeptanz für einen erfolgreichen Einsatz von e-Learning-Lösungen.4)

Dabei wird von den Nutzern "elektronisches Lernen" insgesamt positiv beurteilt, insbesondere die höhere Lerngeschwindigkeit im Vergleich zur Präsenzschulung (Aspekt des Lernstils) und die Möglichkeit, das Lerntempo selbst zu bestimmen, wird dabei hervorgehoben.

Als Hindernisse für einen erfolgreichen Einsatz zeigen sich :
· zu wenig begleitende Information,
· fehlender Ansprechpartner im Lernprozess,
· mangelhafte zeitliche Rahmenbedingungen, die ein effizientes und ungestörtes elektronisches Lernen ermöglichen,
· mangelnde Beteiligung des Mitarbeiters an der Wahl der Lernform,
· fehlender Face-to-Face-Kontakt zum Trainer.

Im Blick auf einen schulischen Einsatz, wo der Nutzung von Elementen des e-Learning ja nicht betriebswirtschaftlich-ökonomisch motiviert ist und nie Ersatz für "Präsenz-Schulung" sein wird, kann diese moderne Form des Bildungserwerbs vermutlich seine Stärken ausspielen, weil die oben beschriebenen Hindernisse ja vollständig vermeidbar sind.

Wie kann e-Learning in die Duale Ausbildung integriert werden?

Elemente des e-Learning können traditionelle Formen des Unterrichts und der Ausbildung begleiten und ergänzen. Das Augenmerk soll sich bei dem hier skizzierten Projekt dabei nicht auf den Einsatz von Elementen des e-Learning innerhalb der schulischen oder betrieblichen Ausbildung richten, sondern auf die Möglichkeit, die dieses Instrument als Klammer zu nutzen, um die oben beschriebenen Distanzprobleme beruflicher Bildung zu überwinden. Daher muss eine Verfügbarkeit dieser Bildungs- und Kommunikationsmöglichkeiten außerhalb der Schule und des Ausbildungsbetriebs realisiert werden. Diese räumliche und zeitliche Unabhängigkeit kann durch internetbasierte e-Learning-Angebote erreicht werden, die für die am Bildungsprozess Beteiligten jederzeit (zwischen den Berufsschultagen, in der blockfreien Unterrichtszeit, in den Ferien) und von jedem Ort (vom häuslichen Arbeitsplatz, vom Arbeitsplatz im Ausbildungsbetrieb, von den verschiedenen Arbeitsplätzen in der Berufsschule) erreichbar sind.

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1 Vgl. beispielsweise die vom Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) koordinierte Erhebung im Rahmen des Projekts "Mediengestalter/in 2000plus" aus dem Jahr 2001, www.mediengestalter2000plus.de.
2 Ebd.
3 Die entsprechenden Aussagen über die betriebliche Ausbildung korrelieren damit.
4 Cognos, Akzeptanz von E-Learning, Frankfurt 2002

Manfred Kämpfer, 2002

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