Robotik
Das Labor für Robotertechnik wurde 1989 als Beitrag des Berufskollegs Technik zur "Zukunftsinitiative Montanunion" der Europäischen Union eingerichtet. Bereits damals setzte das Labor für Robotertechnik Maßstäbe innerhalb der Bildungslandschaft: Viele tausend Auszubildende, Techniker und Meister konnten hier Kompetenzen erwerben, die ein echtes Plus für das Arbeitsleben und die berufliche Karriere bedeuteten.
Im Jahr 2008 wurde das Labor für einen Wert von 400.000 Euro grundlegend modernisiert. Mit dem neuen Roboterlabor reagiert das Berufskolleg auf die Weiterentwicklung der Technik und die anspruchsvollen Automatisierungsprozesse, die Industrieroboter heute bewältigen können. "Damit investieren wir erneut eine erhebliche Summe in die Ausbildung unserer jungen Menschen und damit in die zukunftsfähige Weiterentwicklung der Wirtschaftsregion Siegen-Wittgenstein", unterstrich Landrat Paul Breuer bei der Einweihung des Labors. Die Ausbildung von Fachleuten für die heimische Metall- und Elektroindustrie sei ein zentrales Anliegen der Wirtschaftsförderung des Kreises. "Trotz Wirtschaftskrise sind gut ausgebildete Fachleute Mangelware. Dieser Trend wird sich künftig weiter verstärken. Mit dem neuen Roboterlabor schaffen wir die Voraussetzung für eine erfolgreiche Ausbildung junger Menschen. Zugleich leistet der Kreis einen Beitrag zur mittel- und langfristigen Abdeckung des Fachkräftebedarfs der heimischen Wirtschaft", so Breuer.
Die offizielle Inbetriebnahme des neuen Labors für Robotertechnik war für das Berufskolleg (Schulleiter Roland Geldsetzer), den Schuträger (Landrat Paul Breuer) und für die Projektpartner Carl Cloos GmbH (Dr. Wolfgang Jansen) und Lixfeld GmbH (Dr. Gert Bültermann)Anlass für eine kleine Feierstunde.
Der Landrat verwies bei der Einweihung des Roboterlabors auf den amerikanischen Zukunftsforscher und Stanford-Professor Paul Saffo. Der sagte, so wie Technologie in den 80-iger Jahren durch den Siegeszug des PCs revolutioniert wurde, in den 90-iger Jahren die explosionsartige Ausbreitung des Internets das private und wirtschaftliche Leben veränderte, so werden Roboter "die nächste große Sache" werden, die unser Leben ändert. Im ersten Schritt, so Saffo, werden die Roboter zunächst die Business-Welt erobern.
Schon jetzt geht der Trend eindeutig nach oben. In europäischen Industrieunternehmen werden jedes Jahr ca. 40.000 Roboter in Betrieb genommen, weltweit sind eine Million im Einsatz. Ihre Einsatzgebiete werden immer universeller: Sie positionieren Werkstücke, stapeln und palettieren, schweißen, montieren, lackieren und verpacken.
Das Konzept des Labors wurde auf der Grundlage der didaktischen Anforderungen des Berufskollegs entwickelt. Im Wettbewerbsverfahren zur Vergabe des Auftrages konnte sich der Systemhersteller Carl Cloos GmbH aus Haiger gemeinsam mit dem Siegener Systemhaus Lixfeld GmbH mit einem überzeugenden Angebot durchsetzen. "Herausgekommen ist eine Ausbildungsumgebung, die alles abbildet, was in der Robotertechnik heute machbar ist", so Geldsetzer: Die eigentliche Roboterzelle besteht aus 2 miteinander kooperierenden 6-achsigen Knickarmrobotern, die vom Schweißen - eine traditionelle Kernkompetenz des Herstellers Cloos - über das Greifen und Positionieren der Werkstücke alle Funktionen beherrschen, die in den Unternehmen in der Region Südwestfalen gefordert werden. Die Programmierung erfolgt über ein 3D-Offline-Programmiersystem, in dem alle Bewegungen des Roboters bereits realistisch vorweggenommen werden. Die Umsetzung des Auftrages und die betriebsfertige Installation des komplexes Lernlabors erfolgte in hervorragender Zusammenarbeit mit den Experten der heimischen Unternehmen Carl Cloos GmbH und Systemhaus Lixfeld GmbH, die ihr überdurchschnittliches Engagement bei der Inbetriebnahme ausdrücklich auch als Unterstützung der Berufsbildung in der Region verstehen.
Auch der Kreis, der die Zuständigkeit für seine Berufskollegs bewusst bei der Wirtschaftsförderung angesiedelt hat, sieht sein Engagement als einen wesentlichen Baustein für die wirtschaftliche Strukturentwicklung. "Experten sind sich einig, dass der Einsatz von Robotern den in Europa vorhandenen Wettbewerbsnachteil der hohen Arbeitskosten kompensiert. Unternehmen, die konsequent auf den Einsatz von Automatisierungstechnik setzen, können heute nach wie vor wettbewerbsfähig in Europa produzieren" so Landrat Paul Breuer. "Voraussetzung sind allerdings Mitarbeiter, die über das entsprechende Know-how verfügen, um den "Kollegen Roboter" in Bewegung zu setzen. Hierzu wird das Berufskolleg Technik einen wichtigen Beitrag leisten", ist der Landrat sicher.